Malawi

Allgemeine Infos über Malawi

Das südostafrikanische Land Malawi liegt nach dem HDI-Index (Human Development Index) an 171. Stelle (von 188)  und ist somit eines der ärmsten Länder der Welt. Über 80 % der Bevölkerung lebt von der Subsistenzwirtschaft.

71 von 100 Familien leben unter der Armutsgrenze von 1.90 Euro pro Tag.  Kinder schuften auf Tabaksplantagen 12 Stunden pro Tag. Sie erhalten 1 Cent die Stunde als Tabakpflücker und sind ständig dem Gift Nikotin ausgesetzt, das Kopfschmerzen, Husten und Atemnot bei den Kindern hervorruft.

Durch die AIDS-Welle sind von den 19 Millionen der Bevölkerung  50% unter 18 Jahren und 10% unter 15 (Stand 2017).

34,2 % (Stand 2015) der Bevölkerung sind Analphabeten, wobei der Anteil der Frauen bedeutend größer ist. Jeder vierte Mann und fast jede zweite Frau kann nicht lesen und schreiben.

Die globalen Klimaveränderungen bewirken instabile Niederschläge in der klassischen Regenzeit in dieser Region zwischen November und April. In den letzten Jahren war es oft so, dass der Regen zuerst ausblieb und die Saat nicht aufgehen konnte, dann kamen sehr starke Niederschläge, sodass fast die ganze zu erwartende Ernte einfach weggespült wurde. Auch dieses Jahr war das so und die Hungersnot greift spürbar um sich. Besonders trifft das natürlich die AIDS-Waisen, die bei vielen Verwandten als fünftes Rad am Wagen leben und daher als erstes von der Nahrungsversorgung ausgeschlossen werden. Dies gilt vor allem für die Mädchen.

Die Unterdrückung der Frauen in Malawi

Den weitaus größten Teil der landwirtschaftlichen Arbeit leisten in Ländern der Dritten Welt die Frauen. Dennoch sind sie landlose Arbeiter, denn ihnen gehört kein Land. Der Landbesitz geht fast überall auf die Männer über. Wenn aber die Männer notgedrungen fern ihrer Familie arbeiten, können ihre Frauen keine Kredite aufnehmen, keine eigenen Entscheidungen treffen. Meistens fehlt ihnen auch der Mut zu solchen Initiativen. Dabei arbeiten Frauen durchwegs wesentlich länger und härter als Männer. Für viele Frauen ist der Weg in die Gesellschaft voller Hindernisse. Religiöse Anschauungen sperren sie zusätzlich in ein Ghetto, aus dem nicht zu entkommen ist. Frauen werden darum auch öfter als Männer vom Schulbesuch ausgeschlossen. Die Folgen dieser Benachteiligung aber tragen alle: So hängt bereits die körperliche wie geistige Entwicklung des Kindes grundlegend von den Kenntnissen der Mutter über Ernährung, Gesundheit und Erziehung ab. Eine Schwester der „katete girls school“, brachte es auf den Punkt: „Unsere Mädchen aus Katete halten die Zukunft Malawis in ihren Händen.

In Malawi zeigt die Statistik eine der höchsten Raten von verheirateten Frauen unter 18. Fast jedes zweite Mädchen wird vor 18 das erste Mal verheiratet. Kinderehen sind weit verbreitet, obwohl ein Gesetz seit 2017 Ehen unter 18 Jahren verbietet.

Die Frauen in Malawi haben im Durchschnitt 5,5 Kinder.

Hoffnung für Aidswaisenkinder

Dreizehn ist ein eigenartiges Alter. Da hat man plötzlich Einblicke in die Welt, die kein Erwachsener zu haben scheint. Es ist das Alter eigenartiger Haarschnitte, wochenlanger schlechter Laune und unbeantworteter Liebe für Popstars. Es ist die Zeit zwischen Kindheit und Erwachsensein.

Diese Zeit kannte Trency Chiola nicht. Im Februar 2005 starb ihre Mutter an Aids, nachdem sie schon vor einem halben Jahr davor ihren Vater verloren hatte. Danach war die Dreizehnjährige Mutter und Vater zugleich für ihre jüngeren Geschwister und damit alleine für sie verantwortlich.

Solche Kinder-Familien prägen inzwischen die gesellschaftliche Wirklichkeit Afrikas in drastischer Weise. Sie brauchen dringend externe Unterstützung.

Laut Schätzung von UNAIDS gibt es etwa 670.000 AIDS – Waisen.

AIDS in Malawi und die Folgen für dieses Land

Die Haupttodesursache in Malawi ist AIDS. Laut USAID sind 9% der 15 – 49 Jährigen mit AIDS infiziert. Insgesamt haben 980.000 Menschen in Malawi AIDS, wobei jugendliche Mädchen und junge Frauen am meisten belastet sind.

Grund dafür liegt wohl in der mangelnden Verfügbarkeit und Verwendung von Verhütungsmitteln. Auch die  Frühehen und die sexuelle Gewalt bereits unter 18 Jahren (laut LIP 2017 sind davon 12,8 % der jungen Frauen betroffen) tragen ihren Beitrag dazu bei. Negativ wirkt sich  auch der malawische Witch (Hexen) – Glauben aus und der irrsinnige Aberglaube,  dass der Beischlaf mit einer Jungfrau von AIDS heilen könne. Auch die Sexarbeiterinnen in den Städten verursachen einen Teil der Ansteckungen. 2006 waren 77% der Sexarbeiterinnen HIV positiv, in 2016 waren es noch 26,9%.

Zu hoffen ist, dass immer mehr Menschen die medizinische Behandlung in Anspruch nehmen. Allerdings ist der Prozentsatz noch immer zu niedrig. Laut UNICEF gab es 2015 ca. 110.000 Kinder (0 – 14) mit AIDS, nur die Hälfte davon wurde behandelt. 4300 Kinder wurden bereits im Mutterleib infiziert und 84 % der infizierten Schwangeren machten Prophylaxe. Laut LIP waren 2017 71% der infizierten Erwachsenen in Behandlung, allerdings nur 63% der Kinder.

Laut UNAIDS gibt es in Malawi 670 000 Waisen wegen AIDS, was natürlich zu groben Veränderungen im Sozialgefüge  führt. So müssen oft Jugendliche plötzlich die Verantwortung für ihre Geschwister unternehmen, oder die Kinder werden bei Verwandten aufgenommen, die selber oft ums Überleben kämpfen und daher diese Kinder natürlich an die letzte Stelle bei der Nahrungsversorgung reihen.

Wir versuchen also diesen Kindern und in unserem Fall besonders den Mädchen, Hoffnung auf ein besseres Leben durch Bildung zu geben, denn nur Bildung kann sie aus ihrem Schicksal herausreißen und ihnen eine reelle Chance auf ein selbstbestimmtes Leben bieten.

Unsere Hoffnung beruht auch darauf, dass diese Mädchen später einmal helfen, die Lage in Malawi positiv zu verändern. Sei es durch ihren Beruf oder als Mutter, die ihren Kindern Bildung vermittelt und sie beim Schulbesuch unterstützt.

Literatur:

Bildung für Malawi Katete girls school  Patenprojekt:   Robert Lorenz  Bericht im Internet

LIP Portal Das Länderinformationsportal      Malawi 2017  Wirtschaft und Entwicklung

UNAIDS    Gemeinsames Programm der Vereinten Nationen für HIV/AIDS  Daten von 2016

USAID     United States Agency for International Development  (Behörden der Vereinten Staaten für internationale Entwicklung)   aktuelle Zahlen

AVERT Global information and education on HIV and AIDS

UNICEF   Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen

WIKIPEDIA  Die freie Enzyklopedie